Deutsch-griechische Zusammenarbeit, einmal hat es ja schon geklappt!

Vor genau sechs Jahren nämlich, bei der Fußballeuropameisterschaft in Portugal. Griechenland wurde Europameister, dank deutscher Schützenhilfe. Prompt hatte der Olymp seinen neuen Fußballgott: Otto Rehagel.

Ob diese Partnerschaft sich vorsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Am vergangenen Freitag wurden die Weichen erneut auf Kooperation gestellt. Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou wurde von der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel (CDU), in Berlin empfangen. Die Stippvisite erfolgte im Rahmen einer größeren Mission, die da lautet: Im Ausland möglichst viele Verbündete im Kampf gegen den hellenischen Staatsbankrott zu gewinnen. Athen hat sich zwar selbst schon einen harten Sparkurs auferlegt, wofür es von europäischer Seite großes Lob erntete. Gleichzeitig sieht es sich jedoch mit einer zunehmend unzufriedenen eigenen Bevölkerung konfrontiert, die nicht davor zurück schreckt auf die Barrikaden zu gehen.

Wie auch immer, um Griechenlands Kreditwürdigkeit zu gewähren, ist das Land auf politische Unterstützung aus Europa angewiesen. Daran werde kaum noch ernsthaft gezweifelt. Es ist nicht mehr eine Frage des „ob“, allenfalls eine des „wie“. Papandreou hat auch schon seine europäischen Kollegen gewarnt, sein Land nicht im Stich zu lassen, denn das würde Europa teuer zu stehen kommen.

Ob Griechenland tatsächlich noch zum bösartigen Krebsgeschwür Europas mutiert, ist die spannende Frage der kommenden Tage und Wochen. Ist das gar der Anfang vom Ende der so gelobten Währungsunion? Tatsache ist, Europa steht an einem entscheidenden Scheidepunkt seiner Entwicklung. Etliche Krisen wurden in der Vergangenheit zwar schon gemeistert (Scheitern des Verfassungsvertrags aufgrund negativer Referenden in Frankreich, Niederlande und Irland; die Politik des Leeren Stuhls Mitte der 60er Jahre). Jetzt aber ist die Zeit gekommen, in der die europäische Familie Farbe bekennen muss. Es wird darum gehen zu zeigen, dass sie in der Lage ist nicht nur in guten Zeiten, sondern vor allem auch in schlechten Zeiten solidarisch zusammenstehen.

Einen ersten Schritt in die vermeintlich richtige Richtung könnte das Zusammentreffen von Papandreou und Merkel vom vergangenen Freitag gewesen sein. Am Ende des Treffens stand nämlich die Ankündigung eine deutsch-griechische Regierungskommission zu bilden. Die Fortsetzung einer deutsch-griechischen Erfolgsstory etwa? Man wird sehen.

Diese Woche haben etliche EU-Länder nachgezogen und die Gründung eines Europäischen Währungsfonds (EWF), in Anlehnung an den Internationalen Währungsfonds (IWF), propagiert. Dieser käme zwar zur Rettung Griechenlands zu spät, aber die Idee dahinter ist, ähnliche Krisen in der Zukunft erst gar nicht aufkommen zu lassen. Zur Diskussion, vgl. tagesschau.de

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